Pilgerbericht Hannelore - Normale Sieben-Gang-Schaltung gegen flotte E-Bikes.... - Rückfahrt

Beitragsseiten


Noch ein wehmütiger Blick zurück zur Basilika und dann ging es immer an der Mosel entlang in Richtung Lieser, wieder bei schönstem Sommerwetter und einer auch für mich leicht zu befahrenen Strecke, da es eigentlich ja immer nur bergab ging.

In der Nähe von Thörnich, auf einem Feldweg in einem flachen Weinhang war für uns wieder von Maria und Karin der Mittagstisch mit leckeren Kleinigkeiten – auch heute neumodisch „Fingerfood“ genannt, gedeckt; auf der nahen Straße Vorbeifahrende schauten neugierig und konnten annehmen, wir seien Winzer und Winzerinnen beim Mittagessen. Zur Stärkung gab es auch wieder einen Schluck Pilgerwasser, dass uns von lieben Menschen mit auf den Weg gegeben wurde.

Da es sehr heiß war, mussten wir am Nachmittag noch eine weitere Pause in einem kleinen Café einlegen und uns mit Kaffee und Kuchen stärken, wobei die Gruppe von der Jubilarin Marlene und der Erst-Radpilgerin zu diesem Schmaus eingeladen wurden.

In unserm nächsten Ziel, dem Ort Lieser, wohnt ja Roni, die – bis zu ihrem Renteneintritt - in Kleinenbroich gelebt hat und lange Jahre meine Arbeitskollegin war. Roni wusste zwar, dass eine neue Pilgerin bei der Gruppe war, aber Resi hatte Roni vorgeflunkert, dass sie sie nicht kennen würde.

Im Café wurde aus einem Schal noch ein Schleier gebastelt, den ich dann als „Überraschungsgast" tragen sollte, damit Roni mich nicht direkt erkennen würde. Fahrradhelm und Schleier, na das kann ja lustig werden, dachte ich mir, die anderen hatten jedenfalls ihren Spaß.

Kurz vor Lieser ließ ich mich dann ein Stück zurückfallen, damit ich als Überraschungsgast ein bisschen später ankommen sollte. Ich habe mir dann den Schleier übergezogen, wobei ich dann meine Gruppe aus den Augen verloren habe. Anstatt direkt in den Ort hineinzufahren, bin ich ein Stückchen weiter den Moselradweg gefahren und habe mich dann in Lieser erst mal orientieren müsse. Nach gefühlten 20 Minuten habe ich dann meine Truppe wiedergefunden, die schon ein Suchkomando aussenden wollten. Verschleiert wurde ich nun Roni vorgestellt, die mich jedoch so nicht erkannte. Erst als mir der Schleier abgenommen wurde, fiel Roni aus allen Wolken, denn mit mir hatte sie überhaupt nicht gerechnet. Die Begrüßung fiel dann natürlich dementsprechend emotional aus.                                                                                                                                  
Nachdem wir im idyllisch gelegenen Gasthaus unsere Zimmer bezogen hatten, ging es danach mit Roni zum gemeinsamen Abendessen, wo wir uns viel zu erzählen hatten.
Nach einem reichhaltigen Frühstück am nächsten Tag hieß es auch schon wieder Abschied nehmen – von Roni und vom Ort Lieser.

Bei trockener Witterung fuhren wir recht gemütlich Richtung Zell, wo wir, überrascht von der ersten kurzen Regenschauer auf dieser Tour, zu Mittag aßen.

Bis zum Bahnhof in Bullay - unserer Endstation - war es jetzt nicht mehr weit. Dort warteten Maria und Karin mit dem Begleitfahrzeug schon auf uns. Nun hieß es erst einmal, zum Gepäck noch die Fahrrä-der in den Wagen zu verstauen, da 5 von uns von Bullay aus mit dem Zug weiter nach Hause fuhren.

Zu der leichten Hektik, die sich bei einer solchen Packaktion verbreitet, fing es zu alledem auch noch heftig an zu regnen. War das der Segen von oben für eine gute Heimreise?, oder hatten wir zu wenig gebetet ?, keine Ahnung. Aber Karin und Maria hatten alles im Griff. In einer logistischen Meisterleistung waren Gepäck und Räder im und am Auto dann endlich verstaut. Das Begleitfahrzeug mit Maria, Karin und Peter fuhr nun Richtung Heimat. Wir anderen 5 Pilgerinnen fuhren jetzt mit dem Zug zunächst bis Koblenz und von dort aus über Düsseldorf nach Kleinenbroich. In Kleinenbroich angekommen, warteten auch schon Karin, Maria und Peter auf uns. Nachdem wir beiden Pescher uns von den anderen verabschiedet hatten, brachten Karin und Peter uns beide nach Hause zurück – zurück in den Alltag.

Nun war ich wieder zu Hause, mein Rad hat gehalten und trotz der technischen Unterschiede habe ich die Tour geschafft. Die anderen Räder haben auch alle keine technischen Probleme gehabt, keinen Platten, keine Kette abgesprungen, die Akkus haben gehalten. Aber auch alle Teilnehmer haben die Tour ohne gesundheitliche Probleme bewältigt.

Die Tour war bestens organisiert, Dank an Resi, die immer wußte, wann und wo es lang geht. Dank an Peter, der immer hinten fuhr, und darauf geachtet hat, dass keine zurückblieb. Dank auch an alle anderen, die auf mich, die „Neupilgerin“ auf irgendeine Art und Weise aufgepaßt haben.

Dank an Karin und Maria, die uns bestens versorgt haben.

Ich habe neue Pilgerschwestern und einen neuen Pilgerbruder kennengelernt. Ich bin von der Gruppe herzlich aufgenommen worden und es war für mich eine tolle Erfahrung, auf diesem Wege nach Trier zu pilgern.

Die Erfahrungen aus diesen 7 Tagen sind für mich nachhaltig und werden meinen, und ich hoffe auch, den sog. Alltag meiner Mitpilger positiv beeinflussen.


Eure Pilgerschwester

Hannelore Thomas